Sterbebegleitung & Tod
Wenn ein Mensch stirbt wird auf einmal eine andere Welt präsent, sensitive Menschen spüren es. Andere ziehen sich ohnehin schnell zurück, da zeigt sich, wer ein wahrer Freund ist. Denn es sind ja immer die anderen die sterben... nein, so ist es nicht. Jeder von uns stirbt und das kann jederzeit passieren, machen wir uns nichts vor. Plötzlich und unerwartet...so lauten die fassungslosen Todesanzeigen. Die weiterhin Anwesenden sollten Dinge, die geregelt werden müssen nicht im Zimmer des Sterbenden besprechen. Denn der Gehörsinn ist der letzte unserer Sinne, der sich zurückzieht.
Nahtod
Es ist die Persönlichkeit, die mit dem Körper stirbt. Die Individualität, die Seele lebt immer weiter., u.a. belegt durch glaubwürdige Berichte über Nahtoderfahrungen wie der Film des Schweizers Kurt Gloor 'Mit einem Fuss im Jenseits' und das Buch von Dr. Eben Alexander 'Blick in die Ewigkeit'.
Wachkoma
Die Nahtoderfahrung ist nicht zu verwechseln mit Erfahrungen, die im Wachkoma gemacht werden. Im Wachkoma ist das Unterbewusstsein aktiv und es gibt auch schwierige Erlebnisse. Eine Nahtoderfahrung aber macht das bewusste Wesen, die Seele - hier gibt es nur reales, schönes Erleben.
Bardo - die Kunst des Sterbens
Im moderneren "Bardo", das ursprünglich aus Tibet stammt gibt es folgende Anleitung zur Sterbebegleitung:
"Es ist nur ein wenig Bewusstheit nötig um diese Erfahrung zu machen: Im Moment des Todes trennen sich der physische und spirituelle Körper. Normalerweise sind beide miteinander verflochten. Aber im Moment des Todes, genau davor, trennen sich beide. Der physische Körper geht zurück zu den physischen Elementen, der spirituelle Körper (die Seele) zieht weiter, in eine neue Form, eine neue Geburt."
Wenn die Person nur ein wenig bewusst ist kann man ihr sagen: "Du bist der gesündere Körper über dem kranken Körper, der stirbt." In diesem Moment ist es einfach für die sterbende Person zu vertrauen und sie kann sich sofort mit dem gesünderen Körper identifizieren. Sie wird ruhig und still. Im Moment des Todes vertraut jeder, da keine Zeit mehr für Probleme und Aufschieben bleibt. Man hat nichts zu verlieren.
Der zweite Schritt wäre ihm/ihr zu sagen: "Du bist der Zeuge beider Körper. Der Körper der stirbt ist physisch, der Körper den du fühlst ist psychisch. Aber wer bist du? Du kannst beide Körper sehen...also musst du der dritte sein, nicht einer der beiden anderen. Nur ein pures Bewusstsein, eine Wahrnehmung, etwas form- und körperloses." Jetzt wird die Person nicht nur still sondern eine Aura von Licht umspielt ihr Gesicht, eine besondere tanzende Energie und ein Duft füllt den gesamten Raum. Im Bardo nennen Sie diesen Tod "den grossen Tod". Dieser Mensch stirbt einen bewussten Tod.
Vereinfacht ist das im Grunde der ganze Prozess. Nur in Tibet wurde die Kunst des Sterbens entwickelt, die sie "Bardo" nennen. Wenn man sich davon angesprochen fühlt und es durch seinen eigenen spirituellen Weg und den des Sterbenden nachvollziehen kann, dann könnte man es erinnern und jemandem helfen der stirbt. Es ist leichter, wenn die Person ein wenig meditiert und sein Bewusstsein entwickelt hat. Und wenn man den Tod in einen solchen Moment transformieren kann hat man einem Familienmitglied oder Freund das grösstmögliche Geschenk mitgegeben. Dem Tod nahe ist es einfach. Es gibt viele spirituelle Wege und Religionen und der Umgang mit dem Sterben wird unterschiedlich sein. Alle führen zum Göttlichen und so ist das kein Problem.
Trauer der Angehörigen
Auf jeden Fall ist es wichtig den Moment des Todes und Übergangs in eine andere Welt nicht zu zerstören, u.a. durch die verständliche Trauer der Angehörigen. Wichtig sind ausschließlich die Sterbenden, Angehörigentrauer kommt später und eventuelle Auseinandersetzungen sowieso. Viele Menschen wissen nicht, dass sich der Gehörsinn als letzter der Sinne zurückzieht und die sterbende Person euch hört...das ist der Moment, wo man besonders wach sein sollte.
Den Angehörigen kann auf diese Weise auch geholfen werden, so sie ruhig bleiben und sich selbst zurücknehmen können - um der geliebten Person ein allerletztes Geschenk mitzugeben.
© Dr. G. Bayer, DeHypno Verlag