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Das Unbewusste

Wenn man heute Menschen fragt, was sie sich unter dem Stichwort des Unbewussten vorstellen bekommt man in etwa drei verschiedene Arten von Antworten.

Viele erinnern sich an Freud und seinen Versuch, letzlich bizarres, krankes, unerklärbares Verhalten durch das Unbewusste zu erklären. Sie sehen das Unbewusste als einen Hort von traumatischen Kindheitserfahrungen und als Aufenthaltsort für alle möglichen "unerwünschten" Bedürfnisse und Triebe, die mit Sexualität und Macht zu tun haben. Wenn sich das Unbewusste in den Alltag einmischt ist ein Mensch "neurotisch".

Andere erinnern sich an C.G. Jung und vor allem an seine Arbeiten zu den Archetypen, mächtige, vermenschlichte Präge- und Leitbilder aus dem - allen Menschen gemeinsamen - Reich des kollektiven Unbewussten. Sie äußern diese Vorstellungen oft mit viel Begeisterung, aber auch mit einem geheimen Grauen. Das Unbewusste als erregendes Schattenreich.

Und neuerdings kommt mehr aus dem esoterischen Raum ein Verständnis des Unbewussten, welches man platt formuliert so ausdrücken könnte: Es ist dein bester Freund und Helfer, denn es schützt dich vor allzu Schrecklichem. Es sorgt für Kreativität und die Erfüllung deines Lebens.

Alle drei haben nur teilweise recht.

"Das Unbewusste" gibt es nicht. Dieses weite innere Reich erschliesst sich nur deiner eigenen Erforschung und deinem Selbstgewahrsam. Es ist das Reich der Sinne, sofern sie nach innen reichen und der Erinnerungen, in dem das kleine "Ich" Bedeutung und Kristallisation erhält. Es enthält darüber hinaus unser kollektives, symbolisches Erbe und schliesslich Brücke und Übergang in die "Essenz".

Wir alle sind zu Anfang Kinder der Essenz und untrennbar "Eins" mit Weite und Leere, mit Vitalität und Hingabe, mit Stille, Licht und Liebe. Wir sind eine Intelligenz ohne Worte, ein Lebewesen ohne begriffliche Tätigkeit. Wir leben eine Ewigkeit im Dunkel, in Weichheit und Wärme, schwerelos, still, ohne Bedürnis im Mutterleib und wissen nicht einmal, dass wir "Eins" sind.

Für jeden von uns wird dieses einfache "Sein" unterbrochen, von aussen, durch einen Schock der Mutter, der sich uns mitteilt, durch ihre Ablehnung, durch einen Abtreibungsversuch oder spätestens durch die Geburt. In diesem Moment geschieht vieles zugleich, unser perfekter Zustand ändert sich drastisch. Ein erster Vergleich wird uns möglich. Das kleine Lebewesen weiss ohne Worte: das Paradies ist zuende, etwas Schmerzliches geschieht mit ihm. Unser Überlebensinstinkt springt an und schützt dieses weite, hochsensible Wesen indem er Schmerz zu vermeiden sucht - durch Kontraktion - durch Unempfindlichkeit - durch Ausblenden.

Es ist dies Geburtsstunde des Unbewussten und der bewussten Person. Ein erstes Mal wählen wir und ein Filter entsteht dadurch in uns. Schmerz soll nicht sein - Wohlgefühl soll sein. Dieser Filter dämpft natürlich später nicht nur die schlimmen Gefühle, sondern genauso die schönen Gefühle. Unsere erste und grundlegendste Programmierung ist entstanden: "Mein Weiterleben ist in Gefahr". Seine Sicherheit ist seit damals nicht mehr einfach da. Sie wird gesucht und projiziert, d.h. nach aussen verlegt und in die Zukunft versetzt. Alle späteren Erfahrungen nehmen wir im Lichte dieser ersten Programmierung wahr.

© Dr. Günter Bayer, DeHypno® Verlag